Was Dir Novak Djokovic niemals über seinen grandiosen Return verraten würde


von Marco Kühn / www.tennis-insider.de

 

Kennst du das Geheimnis, an dem sämtliche Gegner von Novak Djokovic permanent verzweifeln?

Novak Djokovic ist der beste Returnspieler der Welt. Ganz gleich, wie hart der Gegner serviert.

Der Return des Serben ist dabei kein Geschoss. Novak Djokovic ist nicht der Spieler, der seinen Gegner vom Platz schießt. Er spielt lieber dahin, wo es dem Gegner weh tut.

Kennst du das Geheimnis?

Novak Djokovic besitzt drei feste Positionen für seinen Return. Wobei er zwei davon regelmäßiger nutzt als die dritte Position. Neben seiner Position gibt es ein kleines Geheimnis, was seinen Return besonders stark macht.

Das Geheimnis liegt im tiefen Körperschwerpunkt.

Novak Djokovic hat eine Routine bei der Vorbereitung auf seinen Return. Hast du diese auch? Falls nicht, inspiriert dieser Artikel dich hoffentlich dazu, dass du dir schnell eine antrainierst.

Sie wird deinen Return besser machen.

#Lesetipp: Die kleine Anleitung zu einem großartigen Return

Zurück zur aktuellen Nummer eins der Weltrangliste und was du von ihm lernen kannst. Die Routine von Djokovic hat einen festen Ablauf. Sie wird bei jedem Return angewandt. Auch bei den zweiten Aufschlägen des Gegners. Mal ist der Ablauf dieser Routine schneller. Mal langsamer.

Das ist nicht weiter schlimm. Wichtig ist nur, dass die Routine bleibt.

Dies ist die Routine beim Return von Novak Djokovic:

  • Position suchen
  • Position kontrollieren
  • Rücken gerade machen
  • Körperschwerpunkt nach unten verlagern
  • Stabilität in den Körper bringen
  • Kompletter Fokus auf den Gegner samt Ball (Wide-Eyes, später dazu mehr)

Man sagt dem Serben nach, er sei ein Perfektionist.

Sieht man sich seine Routine beim Return an, muss man sagen: Er ist noch viel mehr als das 😉

Zu seinen beliebtesten Positionen beim Return gehören die Positionen direkt an der Grundlinie. Entweder direkt auf/ an der Grundlinie. Oder aber ein Stück dahinter. Seine dritte Position ist zwei bis drei Meter hinter der Grundlinie. Diese setzt er nicht oft ein. Und wenn, dann beim zweiten Aufschlag des Gegners. Um den Kick beim Aufschlag rauszunehmen und den Ballwechsel defensiv zu beginnen.

Der Return des Serben ist deshalb so stark, weil er den Gegner direkt in „Schwulitäten“ bringt. Ziel des Returns ist es, den Ball möglichst lang und fast schon vor die Füße des Gegners zu spielen. Ziel ist es NICHT, einen direkten, knallharten Winner zu spielen der das Publikum zum ausrasten bringt.

Für dieses Unterfangen hilft ihm seine Position beim Return. Und: der tiefe Körperschwerpunkt.

Warum ist das so? Dies erklärt uns die Physik.

Die Physik erklärt, warum Djokovic beim ersten UND zweiten Aufschlag des Gegners so gefährlich returnieren kann. Es ist bei beiden Aufschlägen dieselbe Theorie. Djokovic nimmt durch seine Position und den tiefen Stand beim Return die Geschwindigkeit des Balles mit.

Er nimmt den Ball im aufsteigen.

#Lesetipp: So kämpfst du dich aus einem tiefen Loch wieder zurück

Einem Punkt, an welchem er die größtmögliche Geschwindigkeit für seinen eigenen Return mitnehmen kann.

Der Serbe ist ein Dieb.

Er klaut die Geschwindigkeit des gegnerischen Aufschlages und nutzt sie für seinen Return.

Aus seiner tiefen Position heraus bekommt er einen hervorragenden Winkel, um den Return früh und vor seinem Körper zu treffen. Wenn der Ball des Aufschlägers seine höchste Geschwindigkeit erreicht, ist Novak Djokovic da und spielt den Return aus einer tiefen Position heraus.

Eine tödliche Mischung für den Aufschläger.

Denn der Return kommt so schnell wieder zurück, dass dieser sich in manchen Situationen nicht auf den nächsten Schlag vorbereiten kann.

Rafael Nadal passiert dies sehr häufig, wenn er gegen Novak Djokovic spielt.

Es ist aber nicht nur die Kunst, den Return aus einer tiefen Position heraus früh zu nehmen. Und den Ball vor dem Körper zu treffen.

Man muss den Return, den Ball auch kontrollieren können. Man muss den Ball auf dem Schläger, diese minimal kurze Zeit, förmlich fühlen können. Novak Djokovic fühlt ihn.

Um den Ball tatsächlich zu fühlen, holt der Serbe kaum aus. Er dreht nur ein wenig seinen Oberkörper. Eine Ausholbewegung findet nicht statt. Weder auf der Vor-, noch auf der Rückhandseite.

Eine weiteres Puzzleteil für diesen grandiosen Return: das Handgelenk.

Das Instrument, welches für das Feintuning zuständig ist. Hierdurch wird der Return gesteuert. Wichtig ist es, unter den Ball zu kommen. Sonst geht die Kontrolle, das Gefühl für den Ball, verloren. Mit dem Treffpunkt vor dem Körper, an der Stelle an welcher der Aufschlag des Gegners eine hohe Geschwindigkeit besitzt, ist der Return auf diese Weise eine echte Waffe. Gegen jeden Aufschläger.

Ohne Ausholbewegung, schnell unter den Ball zu kommen ist aus dem tiefen Körperschwerpunkt heraus der Schlüssel für einen effektiven Return, den dein Gegner hassen wird.

Fazit

Was nimmst du aus diesem Artikel mit auf den Court? Hier eine kleine Merkliste:

  • Stabilisation des Körpers beim Return
  • Gerader Rücken
  • Tiefer Körperschwerpunkt
  • Den Return früh nehmen
  • Vor dem Körper treffen
  • Nicht ausholen
  • Handgelenk einsetzen
  • Mehr Kontrolle anstatt Geschwindigkeit

Entwickel auch du eine Routine beim Return. Sei nicht planlos und stell dich einfach so an die Linie und hoffe, dass etwas gutes dabei geschieht. Nimm es selbst in die Hand. Finde heraus, wo DU dich beim Return wohlfühlst. Vielleicht bist du eher der defensivere Typ, der den Ball zunächst ins Spiel bringen will.

Wichtig ist, dass du einen Plan für deinen Return entwickelst. Denn ohne Plan wirst du dich niemals verbessern.