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Zwischen Wolkenbruch und Aufstiegsfavorit

Herren 30 II erwischen gegen RW Gernsheim einen schweren Tag auf dem Platz – zeigen aber ihre Stärken daneben

Zwischen Wolkenbruch und Aufstiegsfavorit

Ein Spieltag zwischen Wolkenbruch und Vereinsleben

Manchmal verrät schon der Blick zum Himmel, wie ein Tennistag verlaufen könnte. Über der Anlage des TC Reichelsheim türmten sich am Sonntagmorgen spektakuläre, beinahe unwirkliche Wolkenformationen auf. Beeindruckend anzusehen – und im Nachhinein vielleicht auch ein passendes Sinnbild für die sportliche Herausforderung, die auf die Herren 30 II wartete.

Mit RW Gernsheim war einer der Topfavoriten der Liga zu Gast. Ein Blick auf die Leistungsklassen und die bisherigen Ergebnisse der Gäste ließ bereits erahnen, dass an diesem Tag eine schwierige Aufgabe bevorstand.

Kaum hatten sich die Spieler eingespielt und die ersten Aufschlagspiele absolviert, musste die Begegnung bereits zum ersten Mal unterbrochen werden. Ein Regenschauer sorgte für eine rund 15-minütige Pause. Nach kurzer Beratung und einem prüfenden Blick auf das Wetterradar wurde beschlossen weiterzuspielen – eine Entscheidung, die sich zunächst als richtig erwies.

Starke Gäste und umkämpfte Spiele

Sportlich zeigte sich schnell die Klasse der Gäste. Zwar hielt Markus Friedrich, an Position zwei spielend, zu Beginn seines Einzels bis zum Stand von 2:3 noch einigermaßen gut mit und konnte noch mehrere Spiele über Einstand gestalten, doch weitere Spielgewinne blieben aus, im zweiten Satz blieb er dann chancenlos (2:6, 1:6). Auch Lukas Lannert hatte einen schwierigen Tag erwischt und analysierte nach dem Match gewohnt selbstkritisch, dass er sich an diesem Tag vor allem selbst geschlagen habe.

Volker Ester traf an Position eins auf einen äußerst spielstarken Gegner und blieb dabei etwas unter seinen eigenen Möglichkeiten. Dennoch konnte er später berichten, einen Spielball gehabt und auch zweimal eine 30:0-Führung herausgespielt zu haben.

Steffen Hübner an Position drei unterlag mit 2:6 und 1:6 in einem für das Ergebnis vergliechsweise langem Match. Mehrere umkämpfte Spiele mit zahlreichen Einständen gingen letztendlich regelmäßig an den souverän und sicher auftretenden Gegner, dessen technisch starker Rückhandslice besonders beeindruckte.

Nach Abschluss der Einzel folgte die nächste längere Regenpause. Und genau hier konnte die Herren 30 II ihre eigentliche Stärke ausspielen: das Vereinsleben.

Regenpause mit Spaßcharakter

Gemeinsam mit den Gästen wurde die laufende Damenpartie der French Open verfolgt, die ersten kühlen Getränke geöffnet und zahlreiche fachkundige Diskussionen geführt. So konnte unter anderem geklärt werden, dass Iga Świątek und Marta Kostjuk beide 1,75 Meter groß sind, Letztere verheiratet ist. Wer Claudia Kohde-Kilsch ist - und dass sie ebenfalls verheiratet ist und bulgarische Frauen offenbar einen erstaunlich ähnlichen Phänotyp besitzen. Darüber hinaus wurde selbstverständlich auch noch ein wenig über Tennis gesprochen.

Besonders erfreulich war das Lob der Gäste für die Reichelsheimer Plätze. Trotz des zwischenzeitlich nahezu unwetterartigen Wolkenbruchs präsentierte sich die Anlage bereits kurze Zeit später wieder in einem hervorragenden und bespielbaren Zustand.

Gernsheim unterstreicht Favoritenrolle

Leider änderte sich in den anschließenden Doppeln das sportliche Bild nicht mehr. Auch hier erwies sich RW Gernsheim als die klar bessere Mannschaft. Das Endergebnis von 0:9 fiel deutlich aus, entsprach an diesem Tag jedoch den Kräfteverhältnissen auf dem Platz. Die Gäste unterstrichen damit eindrucksvoll ihre Ambitionen im Kampf um die vorderen Tabellenplätze.

Dennoch blieb am Ende kein negativer Eindruck zurück. Gemeinsam mit der sympathischen Gastmannschaft ließ man den Spieltag bei italienischem Essen, kühlen Getränken und dem Ausblick auf die noch laufenden Herrenpartien ausklingen.

Manchmal gewinnt man Punkte, manchmal Erfahrungen. Und an diesem Sonntag gab es von Letzteren reichlich – sowohl auf als auch neben dem Platz. Für die Herren 30 II geht der Blick deshalb bereits nach vorne. Gegen weniger stark besetzte Mannschaften dürfte die Gelegenheit auf die ersten Saisonpunkte deutlich größer sein.

Text/Foto: Markus Friedrich

User ImageMarkus Friedrich, 07. Juni 2026