Herren 30 II feiern beim mexikanischen Heimspieltag mit 6:3 gegen den TuS Griesheim ihren ersten Saisonsieg
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Es ist tatsächlich anders ausgegangen

Eine Woche nach dem 0:9 in Arheilgen und der vorsichtig optimistischen Erkenntnis, dass es „auch anders hätte ausgehen können“, lieferte die Herren 30 II nun den praktischen Beweis. Gegen den TuS Griesheim gelang mit 6:3 tatsächlich der erste Saisonsieg – und das ausgerechnet an einem Spieltag, an dem sportlich wie kulinarisch einiges anders gemacht wurde als sonst.
Denn bereits vor dem ersten Aufschlag hatte die Mannschaft den mexikanischen Spieltag ausgerufen. Statt auf den bewährten Döner des Vertrauens oder den heißdiskutierten Grill zurückzugreifen, sollte diesmal selbst gekocht, gemixt und vorbereitet werden. Tortillas, Nachos, verschiedene Dips, Hackfleisch-Tomaten-Füllung, Mais, Bohnen und Zwiebeln standen bereit. Annette ergänzte das Angebot um eine Thunfischfüllung, während Chris - der diesmal sein Fußballspiel als Aufwärmprogramm für das Doppel nutzte - während der letzten Einzel mit bemerkenswertem Herzblut die Verantwortung für die Guacamole übernahm.
Jens hatte die Gesamtorganisation der Verpflegung übernommen und vorsorglich auch die Zutaten für die Margaritas vorbereitet. Lediglich die über Kleinanzeigen entdeckte Slush-Ice-Maschine blieb trotz Steffens hartnäckiger Kontaktversuche unerreichbar – offenbar genoss der zuständige Lagerarbeiter gerade seinen wohlverdienten Urlaub. Also wurde improvisiert: Das vorhandene Eis wurde kurzerhand mit ähnlich viel Nachdruck bearbeitet wie andernorts ein Schnitzel.
Die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Nachmittag waren damit geschaffen.
Ein Joker für einen sehr feinen Schnitt
Personell musste zunächst wieder einmal umgebaut werden. Martin Didion, der erst eine Woche zuvor sein Medenrunden-Debüt gefeiert hatte, meldete sich unter der Woche mit einer Schnittverletzung ab. Beim heutigen Kontrollbesuch auf der Anlage waren zwar weder Verband noch Verletzung auf Anhieb auszumachen, Martin versicherte jedoch glaubhaft, dass insbesondere das Krümmen des Fingers höllisch schmerze - was ihn allerdings nicht vom Buffett abhielt.
Für ihn sprang Wolfgang Lein aus den Herren 50 ein. Die Entscheidung, ihn auf Position eins zu stellen, war dabei nicht völlig frei von taktischen Überlegungen: Man wusste, dass der Griesheimer Spitzenspieler mit LK 13 sportlich in einer etwas anderen Gewichtsklasse unterwegs war.
Diese Einschätzung bestätigte Oliver Schmidt beim 6:0, 6:0 dann auch recht eindrucksvoll. Der Joker konnte diesmal nicht stechen. Für den weiteren Verlauf des Spieltags nicht ganz unwichtig: Der Griesheimer Einser musste anschließend zu einer Familienfeier und stand für die Doppel nicht mehr zur Verfügung. Da er früh losmusste, begannen die Begegnungen auch ungewöhnlicherweise mit den Positionen eins, drei und fünf.
Vier Punkte aus den Einzeln
Markus Friedrich trat diesmal an Position drei an und bekam bereits früh im ersten Satz Besuch von seinem Hexenschuss aus dem vorherigen Spiel. Harte Aufschläge oder Bälle mit viel Gegendruck gehörten damit vorerst nicht mehr zum Repertoire. Glücklicherweise entwickelte sich auch auf der anderen Netzseite kein Hochgeschwindigkeitstennis, sodass ein zunehmend platziertes Slice-Spiel seinen Lauf nehmen konnte. Mit 6:4 und 6:1 ging der Punkt nach Reichelsheim.
Für ein Doppel war der Rücken anschließend allerdings nicht mehr zu begeistern. Damit wechselte Markus für den Rest des Tages vom aktiven Spielbetrieb ins Team Küche und Margarita.
Tim Reinhardt ließ an Position fünf deutlich weniger Spannung aufkommen und gewann souverän mit 6:3 und 6:0. Ähnlich eindeutig erledigte Steffen Hübner seine Aufgabe beim 6:1, 6:0.
Auch Volker Ester hatte sein Einzel auf Position zwei sicher im Griff. Für zusätzliche Unterhaltung sorgte lediglich die Suche nach dem passenden prominenten Vergleich für seinen sympathischen Gegner. Die optische Einordnung bewegte sich im Laufe des Nachmittags irgendwo zwischen örtlichem Bademeister und Olli Schulz – sportlich ließ sich Volker davon nicht ablenken und gewann klar mit 6:1, 6:1.
Lukas und der vermeintlich falsche Sechser
Deutlich spannender wurde es bei Lukas Lannert auf Position sechs. Schon während des Einspielens signalisierte er, dass die Angelegenheit möglicherweise etwas komplizierter werden könnte. Sein Gegner orientierte sich beim Aufschlagtraining konsequent an der Philosophie „maximale Geschwindigkeit“ und beförderte die Bälle entsprechend über das Netz.
Der erste Satz bestätigte Lukas' Einschätzung: Mit 2:6 ging er deutlich verloren und im Reichelsheimer Lager keimte kurz die aus Arheilgen bekannte Vermutung auf, dass sich möglicherweise erneut ein verkappter Spitzenspieler auf Position sechs verirrt hatte. Zusätzliche psychologische Wirkung entfaltete die Entscheidung des Gegners, auch ohne erkennbare Sonneneinstrahlung konsequent mit Sonnenbrille zu spielen.
Im zweiten Satz kämpfte sich Lukas jedoch immer besser in die Partie. Mittlerweile waren auch die erfolgreich von ihrem Auswärtsspiel zurückgekehrten Herren 30 I sowie zahlreiche weitere Zuschauer an Platz 3 versammelt. Als letztes laufendes Einzel bekam die Begegnung damit die entsprechende Kulisse. Lukas zwang seinen Gegner bis in den Tiebreak, musste sich dort aber schließlich geschlagen geben.
Nach den Einzeln stand es dennoch 4:2 für den TCR. Ein einziger Doppelpunkt fehlte zum ersten Saisonsieg.
Drei Doppel, ein Ziel
Für die Doppel wurde noch einmal umgebaut. Wolfgang Lein blieb gemeinsam mit Volker Ester im ersten Doppel. Jens Steinmetz und Christopher Schwind ersetzten Tim sowie den mittlerweile endgültig in die Gastronomie gewechselten Markus im zweiten Doppel. Steffen Hübner und Lukas Lannert bildeten das dritte Duo.
Der Start verlief nahezu perfekt. Wolfgang und Volker gewannen den ersten Satz ihres Doppels innerhalb kürzester Zeit mit 6:1. Auch auf den beiden anderen Plätzen gingen die ersten Sätze nach Reichelsheim – wenn auch deutlich knapper.
Kurzzeitig schien der Gesamtsieg damit nur noch Formsache.
Doch auf Platz eins stellten sich die Gäste immer besser auf das Reichelsheimer Duo ein. Volker wurde zunehmend überlobbt, der Spielfluss ging verloren und nach einem 3:6 im zweiten Satz musste der Match-Tiebreak entscheiden. Dort setzten sich die Gäste mit 10:5 durch.
Auf den beiden anderen Plätzen war die Entwicklung erfreulicher. Jens und Chris hatten ihren ersten Satz noch knapp mit 7:6 gewonnen, ließen im zweiten beim 6:0 dann aber keinerlei Fragen mehr offen. Steffen und Lukas machten es beim 6:2, 6:0 sogar noch etwas deutlicher.
Damit stand fest: 6:3 – erster Saisonsieg für die Herren 30 II.
Danach wurde es endgültig mexikanisch
Nach dem letzten Ballwechsel konnte der sportliche Teil nahtlos in den bereits bestens vorbereiteten Abend übergehen. Gemeinsam mit den sehr sympathischen Gästen wurden die Margaritas ausgeschenkt, die mexikanische Playlist gestartet und das Buffet eröffnet. Natürlich durfte auch das gemeinsame Spieltagsfoto nicht fehlen.
Beim Essen stellte sich dann heraus, dass sich die Griesheimer offenbar gewissenhaft auf ihren Ausflug nach Reichelsheim vorbereitet hatten und sogar den jüngsten Herren-30-II-Spielbericht gelesen hatten. Ausgerechnet der für Satire bekannte Schluz äußerte dabei den Verdacht, ein derartiger Bericht könne unmöglich ohne künstliche Intelligenz entstanden sein.
Die Redaktion weist diese Unterstellung selbstverständlich entschieden zurück.
Danach wurde noch lange zusammengesessen, die verbliebenen Margaritas vernichtet und der erste Saisonsieg angemessen gefeiert.
Eine Woche zuvor hatte die Herren 30 II nach einem 0:9 noch festgestellt, dass es theoretisch auch anders hätte ausgehen können.
Jetzt wissen wir: Es kann tatsächlich anders ausgehen.
Text/Fotos: Markus Friedrich

















Markus Friedrich
Ester V./
Lein M./
Fernando Baptista
Thilo Delp
Christian Eisenhauer
Lukas Lannert
Monteleone M./
Hartmann M./
Lehmann A./
Klinger T./
Schwind C./
Reinhardt T./












