Die Herren 30 II verpassen in Crumstadt denkbar knapp den zweiten Saisonsieg
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Das Spiel, das einfach nicht verlegt werden konnte

Nach dem Spiel, das auch anders hätte ausgehen können, und dem Spiel, das tatsächlich anders ausgegangen ist, folgte nun das Spiel, das sich einfach nicht verlegen ließ. Aufgrund des Michelsmarkts wurden schon frühzeitig etliche Versuche unternommen, einen anderen Termin zu finden – leider allesamt vergebens. So mussten sechs traurige Hunde in den sauren Apfel beißen und die beschwerliche Reise ins Ried zur TG 1987 Crumstadt antreten, während der Rest des TCR den Verein wie gewohnt eindrucksvoll und selbstverständlich äußerst stimmungsvoll beim Michelsmarktumzug und später beim Konzert der Rodensteiner vertrat.
Auf dem Parkplatz angekommen, wartete zunächst noch ein längerer Fußmarsch bis zur Anlage. Trotzdem war die Motivation groß: Den Rückenwind aus der Vorwoche wollte man schließlich mitnehmen und auch in Crumstadt eine gute Leistung zeigen.
Auf der durchaus schönen Anlage mit charmantem Clubheim konnten wir mit etwas Verzögerung auf fünf Plätzen starten. Lediglich der immer wieder auftretende Fluglärm der an- und abfliegenden Maschinen störte die Idylle. Wobei man sich durchaus fragen durfte, warum bei dem teilweise recht ausgeprägten Mondballspiel eines Gegners überhaupt noch ein Flugzeug sicher am Himmel bleiben konnte.
Ein vielversprechender Start
Der Start verlief durchaus verheißungsvoll. Volker Ester lieferte sich auf der 1 ein enges Match mit einem wirklich starken Gegner und konnte den ersten Satz im Tie-Break für sich entscheiden. Jens Steinmetz an Position 3 war ebenfalls gut gestartet, verlor dann aber zunehmend den Faden und musste den ersten Satz abgeben. Steffen Hübner auf der 2 erwischte ebenfalls einen starken Start und sicherte sich den ersten Satz. Auf der 4 bekam es Tim Reinhardt mit einem Linkshänder zu tun – eine Kombination, die ihm leider nicht besonders gut lag, sodass ihm die Felle relativ schnell davonschwammen.
Im zweiten Satz musste Volker dann etwas zurückschrauben und seiner Anstrengung aus dem ersten Durchgang Tribut zollen. Die Entscheidung fiel somit im Match-Tie-Break, in dem das bessere Ende leider beim Gegner lag. Auch Jens und Tim konnten nach verlorenem ersten Satz kein Comeback mehr starten und mussten sich jeweils auch im zweiten Satz geschlagen geben.
Steffen hingegen musste nach gewonnenem ersten Satz im zweiten Durchgang nochmal richtig kämpfen. Sein Gegner fand zunehmend besser ins Match und beim Stand von 4:5 mussten zunächst drei Satzbälle abgewehrt werden. Steffen behielt jedoch die Nerven, drehte den Satz noch und gewann ihn mit 7:5 – und damit auch das Match.
Weniger Probleme hatte Chris Schwind auf der 5. Er hatte seinen Gegner von Beginn an gut im Griff und gewann souverän mit 6:1 und 6:1. Damit fuhr er den zweiten Punkt für den TCR ein.
Martin Didion auf der 6 lieferte sich derweil ein enges und durchaus unterhaltsames Match. Beide hatten sichtlich Spaß und sorgten mit diversen Slapstick-Einlagen immer wieder für Erheiterung. Die passende Einordnung lieferten die beiden Kontrahenten gleich selbst: „Das ist typisches Kreisklassentennis.“ Nach verlorenem ersten Satz kämpfte sich Martin im zweiten Durchgang noch einmal heran und hatte sogar die Chance, einen Match-Tie-Break zu erzwingen. Am Ende reichte es leider nicht ganz – trotz verbesserter Dynamik im eigenen Spiel. Martins treffende Analyse: „Meine Dynamik war schon besser, aber immer noch schlecht.“
Damit ging es mit einem 2:4-Rückstand in die Doppel. Die Ausgangslage war klar: Für einen Sieg mussten alle drei Doppel gewonnen werden.
Drei Doppel für das Comeback
Nach kurzen taktischen Diskussionen stand die Aufstellung: Tim/Steffen sollten das Einser-, Martin/Volker das Zweier- und Chris/Jens das Dreier-Doppel bestreiten.
Zunächst schien die Taktik voll aufzugehen: Alle drei Paarungen konnten den ersten Satz für sich entscheiden. Für besondere Unterhaltung sorgte dabei das Duo Martin/Volker. Die teilweise doch recht ausgeprägten internen Querelen und gegenseitigen Vorwürfe wurden im Nachhinein selbstverständlich mit viel Humor abgehakt. Absolutes Highlight war dabei Volkers Vorwurf nach einer misslungenen Aktion: „Für so etwas stehe ich sonntags auf!“
Nach den ersten Sätzen war der Weg zum Comeback also geebnet. Chris/Jens und Martin/Volker konnten auch ihre zweiten Sätze gewinnen und im Liveticker stand plötzlich 4:4. Der gesamte Ausgang des Spieltags hing damit am letzten Doppel.
Nach einem wirklich starken ersten Satz von Tim/Steffen fanden die Gegner zunehmend besser ins Spiel und es entwickelte sich ein enges und umkämpftes Match. Im zweiten Satz konnten der Gegner insgesamt drei Matchbälle abwehren – einer davon besonders bitter, weil ein Netzroller die Entscheidung verhinderte. Nach verlorenem Tie-Break musste also der alles entscheidende Match-Tie-Break her.
Hier lag das Momentum allerdings sichtbar auf Seiten des Heimteams. Am Ende mussten wir das Match leider abgeben und damit auch den gesamten Spieltag denkbar knapp mit 4:5. Die Enttäuschung war natürlich groß. Aber wie heißt es so schön: Das ist Tennis.
Rumpsteaks, Festzelt und Rodensteiner
Im Anschluss ging es dann in den kulinarischen Teil des Spieltags über. Frisch gezapftes Hefeweizen, ein geschmacklich nicht ganz überzeugender Apfelwein – wenn das einer beurteilen kann, dann Volker – und hervorragend gegrillte Rumpsteaks sorgten schnell wieder für bessere Stimmung. Auch die obligatorischen Rückenkrämpfe von Volker konnten daran nichts ändern.
Zu später Stunde machten wir uns schließlich auf den Heimweg in den Odenwald und schafften es mit rund sechs Stunden Verspätung doch noch ins Festzelt. Dort wurde dann gemeinsam mit dem restlichen TCR der Auftritt der Rodensteiner gefeiert.
Ein langer Sonntag, ein bitteres 4:5 – aber immerhin ein Spiel, das sich definitiv nicht verlegen ließ.
Text/Fotos: Steffen Hübner


Markus Friedrich
Döring T./
Döring J./
Schroers T./
Fernando Baptista
Jens Adelberger
Matthias Lein
Monteleone M./
Di Gangi I./
Lehmann A./
Schwind C./
Reinhardt T./












