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Es hätte auch anders ausgehen können...!

Herren 30 II verlieren denkbar knapp mit 0:9 in Arheilgen

Es hätte auch anders ausgehen können...!

Herren 30 IIKreisliga A0:9 bei SG Arheilgen III

Nachdem die ursprünglich für Ende Juni angesetzte Partie aufgrund angekündigter 36 Grad verlegt worden war, konnte das Nachholspiel bei der SG Arheilgen III am vergangenen Sonntag endlich stattfinden – bei angenehm kühleren 35 Grad. Beste Voraussetzungen also für einen entspannten Tennistag.

Immerhin konnten alle sechs Einzel gleichzeitig beginnen. Bis dahin mussten jedoch zunächst einige kleinere logistische Herausforderungen gemeistert werden. Christopher Schwind steuerte vorsorglich erst einmal die falsche Tennisanlage an, während Martin Didion, Jens Steinmetz und Volker Ester auf der richtigen Anlage zunächst das Dickicht auf der falschen Platzseite nach dem Eingang absuchten.

Spätestens beim Betreten der zugewiesenen Mannschaftskabine war jedoch klar: Hier konnte man sich wohlfühlen. Mehrere Bierfässer und die Zapfanlage der örtlichen Gastronomie sorgten unmittelbar für eine vertraute Atmosphäre. Die Zeichen standen also eindeutig auf einen gelungenen Spieltag.

Medenrunden-Premiere für Martin

Erfreulicherweise konnte die Herren 30 II diesmal in voller Mannschaftsstärke antreten. Für den verreisten Steffen Hübner sprang Martin Didion ein, der damit gleich seine allererste Medenrundenpartie absolvierte. Vielen Dank für den Einsatz!

Vor dem Start mussten deshalb noch einige grundlegende Fragen geklärt werden. Was nimmt man eigentlich alles mit auf den Platz? Die überraschend einfache Antwort: tatsächlich die komplette Tennistasche. Auch die Frage, wie man beim Einschlagen seine Aufschläge möglichst strategisch platziert, konnte noch rechtzeitig beantwortet werden. Damit stand einem pünktlichen Start um 9 Uhr nichts mehr im Wege.

Da alle Einzel parallel ausgetragen wurden, liegen naturgemäß nicht von jedem Platz vollständige Augenzeugenberichte vor. Das Gesamtbild war allerdings eindeutig: Die auf dem Papier deutlich stärker eingestuften Gastgeber machten der Herren 30 II das Leben erwartungsgemäß schwer.

Martin schlug sich bei seiner Premiere wacker, zeigte sich nachhaltig beeindruckt vom Aufschlag seines Gegners und belohnte sich zumindest mit seinem ersten Spielgewinn in der Medenrunde. Auch Tim Reinhardt und Jens Steinmetz berichteten trotz ihrer Niederlagen von guten, vor allem aber sehr spaßigen Partien.

Volker Ester stellte sich an Position eins einem starken LK-15-Gegner und hielt über weite Strecken ordentlich dagegen. Besonders im zweiten Satz gestaltete er die Begegnung beim 4:6 ausgesprochen ausgeglichen.

Von Voltigieren, Taubenzucht und einem Osterhasen

Etwas mehr Zeit benötigte Markus Friedrich, um in seine Partie zu finden. Mental noch mit einer selbst verursachten und entsprechend schmerzhaften Niederlage bei den Clubmeisterschaften am Vortag beschäftigt, war im ersten Satz sportlich zunächst wenig zu holen.

Dafür bot das Match einen bemerkenswerten Bildungsauftrag: Unter anderem konnten Kenntnisse über Voltigieren und professionelle Taubenzucht vertieft werden. Selbst der Ober-Osterner Guinnessbuch-Osterhase schaffte es zwischenzeitlich bis auf den Tennisplatz.

Mit Beginn des zweiten Satzes änderte sich dann auch das sportliche Bild. Friedrich gelang es zunehmend, seinen deutlich höher eingestuften Gegner auf das eigene Spielniveau herunterzuziehen – eine in dieser Saison bereits mehrfach erfolgreich erprobte Taktik. Der Satz entwickelte sich völlig offen und musste schließlich erst im Tiebreak entschieden werden. Dort behielt der Gastgeber die Oberhand.

Am längsten wehrte sich Christopher Schwind gegen die drohende Niederlage. Eigentlich wollte er die Partie lediglich als etwas umfangreicheres Aufwärmprogramm für sein später am Tag angesetztes Fußballspiel nutzen. Nach lockeren zwei Stunden Spielzeit dürfte dieses Ziel als erreicht gelten. In zwei sehr engen Sätzen musste er sich schließlich mit 4:6 und 5:7 geschlagen geben.

Damit stand nach den Einzeln ein 0:6 auf dem Spielberichtsbogen. Ein Zwischenstand, der aus Sicht der Herren 30 II selbstverständlich noch alle Möglichkeiten offenließ.

Die Sache mit den Blümchen

Es folgte eine ausführliche taktische Analyse, wie sich mit einer möglichst cleveren Doppelaufstellung wenigstens noch ein Punkt aus Arheilgen entführen ließe.

Martin brachte zunächst eine Variante mit unterschiedlich vielen Blümchen in der Faust ins Spiel. Trotz ausführlicher Erläuterung konnte sich dieser Ansatz im Mannschaftskreis nicht vollumfänglich durchsetzen. Stattdessen entschied man sich für eine klassische 7er-Aufstellung.

Markus Friedrich und Christopher Schwind wurden ins dritte Doppel gestellt, um dort die vermeintlich besten Chancen auf einen Ehrenpunkt zu bündeln.

Der Plan besaß theoretisch durchaus Potenzial. Eine entscheidende Information erreichte die Mannschaft allerdings aufgrund der sechs parallel ausgetragenen Einzel etwas verspätet: Martins Gegner an Position sechs war offenbar weniger ein klassischer Sechser als vielmehr ein Spieler mit sehr langer Wettkampfpause, dessen aktuelle LK seine tatsächliche Spielstärke nur bedingt widerspiegelte.

Diese Erkenntnis setzte sich spätestens während der Doppel endgültig durch – und machte der ausgefeilten Reichelsheimer Strategie einen kleinen Strich durch die Rechnung.

Auch Markus und Chris konnten deshalb den erhofften Punkt nicht einfahren - Markus aber immerhin noch einen Hexenschuss mit nach Hause nehmen. Auf den beiden anderen Plätzen sah es ähnlich aus. Volker Ester und Martin Didion erreichten immerhin ihr vor dem Doppel ausgegebenes Ziel, am längsten auf dem Platz zu bleiben – wobei nach eingehender Analyse eingeräumt werden musste, dass hierbei auch längere Pausen einen gewissen Einfluss gehabt haben könnten.

Am Ende stand somit tatsächlich ein 0:9 und 0:18 nach Sätzen. Dass die Gastgeber als aktueller Tabellendritter zu den stärkeren Mannschaften der Liga gehören, dürfte dabei zumindest einen Teil zur Erklärung beitragen.

Pizza, Bier – und plötzlich allein

Nach dem sportlichen Teil zeigte sich erneut eine der großen Stärken der Herren 30 II. Gemeinsam mit der sehr sympathischen Mannschaft aus Arheilgen ließ man den Spieltag beim clubeigenen Italiener ausklingen.

Bei kühlem Bier, sehr guter Pizza und einem optisch etwas zurückhaltender auftretenden Salat wurde die Begegnung noch einmal fachkundig analysiert. Auch die weitere Saisonplanung wurde intern ausführlich besprochen.

Dabei gelang der Mannschaft zum Abschluss noch ein durchaus seltenes Kunststück: Nach und nach verabschiedeten sich sämtliche Gastgeber – während die Reichelsheimer weiterhin gemütlich zusammensaßen und die weitläufige Anlage vollkommen für sich hatten.

So endete ein Auswärtsspiel, bei dem man sportlich zwar keine Punkte mit nach Hause nehmen konnte, dafür aber wieder genügend Geschichten für mindestens einen Spielbericht gesammelt hatte.

Und wenn man das 0:9 lange genug analysiert, bleibt eigentlich nur eine Erkenntnis: Es hätte auch anders ausgehen können.

Text/Fotos: Friedrich/Steinmetz

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User ImageMarkus Friedrich, 10. August 2026